Köln (Stadt)

Auf Betreiben des Kölner Gauleiters Josef Grohé und der Stadtverwaltung wurde im August 1944 ein Außenlager eingerichtet, in dem etwa 300 überwiegend osteuropäische Häftlinge in der Trümmer- und Blindgängerbeseitigung Zwangsarbeit leisten mussten. Nachdem das Barackenlager bei Luftangriffen zerstört worden war, wurde es Ende Oktober 1944 aufgelöst und die Häftlinge wieder nach Buchenwald verlegt.

Historische Situation

Bezeichnung

Außenlager bzw. Kommando „Köln-Stadt"

Unternehmen

Stadt Köln

Zwangsarbeit

Trümmer- und Blindgängerbeseitigung in Köln nach Abzug der dort stationierten III. SS-Baubrigade

Gegründet

15. August 1944

Aufgelöst

25. Oktober 1944

Nach Abzug der III. SS-Baubrigade setzten sich der Kölner Gauleiter Josef Grohé und die Kölner Stadtverwaltung für die Einrichtung des Außenlagers ein, die am 15. August 1944 erfolgte. Nachdem das Barackenlager bei Luftangriffen zerstört worden war und eine alternative Unterkunft nicht gefunden werden konnte, wurde das Lager am 25. Oktober 1944 wieder aufgelöst.

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

300

Es handelte sich überwiegend um osteuropäische Häftlinge aus dem KZ Buchenwald. Todesfälle sind in den Akten nicht dokumentiert, jedoch wurden mindestens 21 kranke und daher „arbeitsunfähige“ Häftlinge nach Buchenwald zurück deportiert. Etwa 55 weitern Männern gelang die Flucht, zwei weitere wurden in das Außenlager Köln (Ford) überstellt. Nach etwas mehr als zwei Monaten wurden auch die verbliebenen 224 Häftlinge wieder nach Buchenwald verlegt.

Unterbringung

Die Häftlinge waren in zwei Baracken auf dem Gelände der Kölner Messe am Rhein untergebracht.

Heutige Situation

Das ehemalige Lagergelände ist heute Teil der Kölner Messe. 1981 wurde auf private Initative eine Gedenktafel angebracht, 1993 durch die Stadt Köln ein Gedenkstein mit Informationstafel. Eine weitere Gedenktafel hängt seit 1990 an der Fußgängerunterführung Bahnhof Köln-Deutz.

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Literatur

Fings, Karola: Messelager Köln. Ein KZ-Außenlager im Zentrum der Stadt, Köln 1996, S. 149ff.

Fings, Karola: Köln-Deutz („Köln-Stadt“) in: Benz, Wolfgang / Distel, Barbara: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 472f.