Köln (Ford)

Im Auftrag der Ford-Werke AG wurde im August 1944 ein Außenlager nahe des Kölner Werksgeländes eingerichtet. Die etwa 50 KZ-Häftlinge arbeiteten in 12-Stunden-Schichten in der Produktion, isoliert von den übrigen Arbeiter:innen des Werks. Ein Häftling kam aus nicht bekannten Gründen ums Leben, die anderen wurden im Februar 1945 nach Buchenwald verlegt. Heute bemüht sich die „Projektgruppe Messelager“ um eine angemessene Aufarbeitung.

Historische Situation

Bezeichnung

Außenlager „Köln-Ford“

Unternehmen

Auftraggeber war die Ford-Werke AG, der deutsche Sitz der US-amerikanischen Ford Motor Company. Die Ford-Werke zählten während des Nationalsozialismus zu den wichtigsten Lieferanten von Lastkraftwagen für die deutsche Wehrmacht.

Zwangsarbeit

Die Häftlinge arbeiteten in 12-Stunden-Schichten in der Produktion, isoliert von den übrigen Arbeiter:innen des Werks.

Gegründet

12. August 1944

Aufgelöst

27. Februar 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

50

Es handelte sich zur Gründung um 35 Sowjetbürger, zehn Tschechen, zwei Deutsche, zwei Polen und einen Staatenlosen. Die Belegung wurde von Fall zu Fall mit weiteren Männern ergänzt, unter anderem neun weiteren Häftlingen aus Buchenwald. Ein Häftling kam aus nicht bekannten Gründen ums Leben. 48 verbliebene Häftlinge wurden im Februar 1945 nach Buchenwald zurück verlegt.

Unterbringung

Die Häftlinge waren in einer Baracke nahe des Werksgeländes untergebracht.

„Orte und Räume Deutscher Verbrechen gegen die Menschheit“

51.00820593 6.95488214 S Ford-Werke, Emdener Straße, Köln-Niehl 10/2012 © Herbert Naumann
51.00820593 6.95488214 S
Ford-Werke, Emdener Straße, Köln-Niehl
10/2012 © Herbert Naumann

Der Fotograf Herbert Naumann hat in den Jahren 2012 und 2013 die ehemaligen Standorte der Außenlager des KZ Buchenwald fotografiert. Die vordergründig dokumentarisch wirkende Fotografie zeigt Orte, die Schauplätze deutscher Verbrechen waren. Die fotografischen Ansichten von Landschaften, Brachen, Grünanlagen, öffentlichen Plätzen, Wohnsiedlungen, Kleingärten etc. liefern zunächst keine oder kaum noch Indizien für das, was hier geschehen ist. Es sind stille und unspektakuläre Bilder mit häufig nur indirekten Hinweisen. Erst der sie begleitende Text stellt den Zusammenhang zwischen den dort begangenen Verbrechen und dem Ort her, lässt in den Bildern die Spuren erkennen, gibt dem Ort seine Identität und nimmt ihm seine Harmlosigkeit. Mit den Fotografien erhalten die Geschehnisse eine neue Aktualität; sie bleiben nicht mehr nur als erzählte Geschichte(n) theoretisch, sondern werden wieder mit dem konkreten, dem erkennbaren, dem realen Ort verbunden.

Die weiteren Bilder von Herbert Naumann finden Sie unter www.herbert-naumann.de.

Heutige Situation

Der ehemalige Lagerbereich ist noch immer Teil des Ford-Werksgeländes. Seit Mitte der 1980er Jahre bemüht sich die Kölner „Projektgruppe Messelager“ um eine angemessene Aufarbeitung der Geschehnisse.

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
c/o Tourist-Information
Markt 10, 99423 Weimar

03643 747540

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Bitte rechnen Sie 2 plus 3.

Literatur

Fings, Karola: Köln-Niehl („Köln-Ford“), in: Benz, Wolfgang / Distel, Barbara: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 478f.

Fings, Karola: Forced Labor at Ford Werke in Cologne, in: Billstein, Reinhold / Fings, Karola / Kugler, Anita / Levis, Nicolas (Hrsg.): Working for the Enemy. Ford, General Motors and Forced Labor in Germany during the Second World War, New York / Oxford 2000, S. 135-162.

Projektgruppe Messelager im Verein EL-DE-Haus Köln e.V. (Hrsg.): Zwangsarbeit bei Ford, Köln 1996, S. 32-35.