Hardehausen

Im November 1944 wurde das Außenlager „Nationalpolitische Erziehungsanstalt Bensberg“ nach Hardehausen verlegt. Die Anzahl der Häftlinge wurde im Februar 1945 von ursprünglich zehn auf 40 Mann erhöht. Ende März 1945 trieb die SS die Gefangenen nach Buchenwald.

Historische Situation

Bezeichnung

„Lager Kornhaus“

Standort

Das Lager befand sich im alten Zisterzienserkloster Hardehausen.

Zwangsarbeit

Umbau des Klosters Hardehausen für die Nutzung als „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“

Gegründet

2. November 1944

Aufgelöst

30. März 1945

Die „Napola“ und mit ihr das Außenlager wurde mit Befehl vom 2. November 1944 von Bensberg nach Hardehausen verlegt.

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

40

In Bensberg bestand das Lager aus bis zu 13 Häftlingen, die größtenteils ebenfalls nach Hardehausen verlegt wurden. Mit einem Transport aus Buchenwald am 22. Februar 1945 erhöhte sich die Zahl auf bis zu 40 Häftlinge, überwiegend „politische“ Tschechen. Todesfälle vor Ort sind nicht dokumentiert. Ab 30. März 1945 wurden 28 Häftlinge auf den Marsch zurück nach Buchenwald getrieben, die übrigen zwölf wurden vermutlich vor Ort von amerikanischen Truppen befreit.

Unterbringung

Wahrscheinlich waren die Häftlinge in der alten Kornscheune des Klosters untergebracht.

„Orte und Räume Deutscher Verbrechen gegen die Menschheit“

51.54986443 8.99971247 NNW Kloster Hardehausen bei Scherfelde 11/2012 © Herbert Naumann
51.54986443 8.99971247 NNW
Kloster Hardehausen bei Scherfelde
11/2012 © Herbert Naumann

Der Fotograf Herbert Naumann hat in den Jahren 2012 und 2013 die ehemaligen Standorte der Außenlager des KZ Buchenwald fotografiert. Die vordergründig dokumentarisch wirkende Fotografie zeigt Orte, die Schauplätze deutscher Verbrechen waren. Die fotografischen Ansichten von Landschaften, Brachen, Grünanlagen, öffentlichen Plätzen, Wohnsiedlungen, Kleingärten etc. liefern zunächst keine oder kaum noch Indizien für das, was hier geschehen ist. Es sind stille und unspektakuläre Bilder mit häufig nur indirekten Hinweisen. Erst der sie begleitende Text stellt den Zusammenhang zwischen den dort begangenen Verbrechen und dem Ort her, lässt in den Bildern die Spuren erkennen, gibt dem Ort seine Identität und nimmt ihm seine Harmlosigkeit. Mit den Fotografien erhalten die Geschehnisse eine neue Aktualität; sie bleiben nicht mehr nur als erzählte Geschichte(n) theoretisch, sondern werden wieder mit dem konkreten, dem erkennbaren, dem realen Ort verbunden.

Die weiteren Bilder von Herbert Naumann finden Sie unter www.herbert-naumann.de.

Heutige Situation

In den von der „Napola“ genutzten Teilen des Klosters Hardehausen befindet sich heute ein Jugendgästehaus des Erzbistums Paderborn.

Kontakt vor Ort

Stadtarchiv Bergisch Gladbach

Internet: www.archive.nrw.de

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
c/o Tourist-Information
Markt 10, 99423 Weimar

03643 747540

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Bitte rechnen Sie 8 plus 3.

Literatur

Balkow, Sascha / Plüür, Georg / Sturm, Bernd: Das KZ-Außenlager Bensberg, in: Fritzen, Willi (Hrsg.): Spurensicherung. Bensberg und Bergisch Gladbach 1933-1953, Band 1, Bergisch Gladbach 2000, S. 120-125.

Fings, Karola: Messelager Köln. Ein KZ-Außenlager im Zentrum der Stadt, Köln 1996.

Schmitz, Klaus: Auf Spurensuche in der jüngeren Vergangenheit. Das Außenlager Bensberg des KZ-Buchenwald, in: Rheinisch-Bergischer Kalender 59, 1989, S. 209-215.

Zühlke, Dieter: Bensberg-Hardehausen, in: Benz, Wolfgang / Distel, Barbara: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 383-386.

Zühlke, Dieter / Schulte, Jan Erik: Vom Rheinland nach Westfalen: KZ-Außenlager bei der „Nationalpolitischen Erziehungsanstalt“ in Bensberg und Hardehausen, in: Schulte, Jan Erik (Hrsg.): Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Zentrale Steuerung und regionale Initiative, Paderborn u.a. 2005, S. 113-130.

Andere Quellen

Eine Akte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Bensberg über den Wiederaufbau des im März 1942 abgebrannten Nordflügels von Schloss Bensberg 1943-1944 liegt im Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Signatur J 16/3.

Dort befindet sich ebenfalls eine Akte des ehemaligen Stadtarchivs Bensberg zu Nachforschungen über die Außenstelle des KZ Buchenwald im Neuen Schloss Bensberg, 1963-1973, unter der Signatur F 2/1080.

Eine Dokumentation von Schülern der Städtischen Realschule Warburg aus den Jahren 1993-1994 zur Verlegung der Nationalpolischen Erziehungsanstalt Bensberg nach Hardehausen in Westfalen 1944/1945 liegt ebenfalls im Stadtarchiv Bergisch Gladbach unter der Signatur S 6/1 vor.