Arolsen

Bei der SS-Führerschule in Arolsen wurde im November 1943 ein Männer-Außenlager eingerichtet. Die bis zu 123 Häftlinge wurden für Arbeiten in der Küche, den Werkstätten und der Kleiderkammer eingesetzt. Ende März 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge zurück nach Buchenwald getrieben. Im Dokumentationszentrum „Historicum 20 - Forum Zeitgeschichte“ in Bad Arolsen wird heute auch die Geschichte des KZ-Außenlagers behandelt.

Historische Situation

Bezeichnung

Kommandos „SS-Führerschule“ und „SS-Bekleidungslager“, Deckname „Arthur“

Unternehmen

SS-Führerschule des WVHA

Zwangsarbeit

Arbeiten in der Küche, den Werkstätten und der Kleiderkammer der SS-Führerschule

Gegründet

14. November 1943

Aufgelöst

30. März 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

123

Die Höchstbelegung von 123 Häftlingen wurde im Herbst 1944 erreicht. Über die gesamte Lagerzeit hinweg waren in Arolsen insgesamt etwa 185 Häftlinge, davon 35 Prozent aus Polen, 30 Prozent aus Russland und 15 Prozent aus Deutschland. Es sind keine Todesfälle vor Ort dokumentiert. Etwa ein Drittel der Häftlinge wurde als „arbeitsunfähig“ nach Buchenwald zurückverlegt und durch neue Häftlinge ersetzt. Vier Häftlingen gelang im Juni 1944 die Flucht nach Luxemburg. Am 30. März 1945 wurden die verbliebenen 117 Häftlinge auf einen „Evakuierungsmarsch“ nach Buchenwald getrieben.

Unterbringung

Die Häftlinge waren in der ehemaligen Waffenmeisterei der SS-Führerschule untergebracht. Die hygienischen Verhältnisse waren im Vergleich zu anderen Außenlagern etwas besser.

„Orte und Räume Deutscher Verbrechen gegen die Menschheit“

© Herbert Naumann
© Herbert Naumann

Der Fotograf Herbert Naumann hat in den Jahren 2012 und 2013 die ehemaligen Standorte der Außenlager des KZ Buchenwald fotografiert. Die vordergründig dokumentarisch wirkende Fotografie zeigt Orte, die Schauplätze deutscher Verbrechen waren. Die fotografischen Ansichten von Landschaften, Brachen, Grünanlagen, öffentlichen Plätzen, Wohnsiedlungen, Kleingärten etc. liefern zunächst keine oder kaum noch Indizien für das, was hier geschehen ist. Es sind stille und unspektakuläre Bilder mit häufig nur indirekten Hinweisen. Erst der sie begleitende Text stellt den Zusammenhang zwischen den dort begangenen Verbrechen und dem Ort her, lässt in den Bildern die Spuren erkennen, gibt dem Ort seine Identität und nimmt ihm seine Harmlosigkeit. Mit den Fotografien erhalten die Geschehnisse eine neue Aktualität; sie bleiben nicht mehr nur als erzählte Geschichte(n) theoretisch, sondern werden wieder mit dem konkreten, dem erkennbaren, dem realen Ort verbunden.

Die weiteren Bilder von Herbert Naumann finden Sie unter www.herbert-naumann.de.

Heutige Situation

Das Gebäude wurde nach Kriegsende für einige Jahre vom Internationalen Suchdienst (ITS) genutzt. In Bad Arolsen besteht das Dokumentationszentrum „Historicum 20 - Forum Zeitgeschichte“ im Stabsgebäude der ehemaligen Kaserne mit einer Dauerausstellung zur Nutzung des Oberen Alleefeldes in vier Epochen: Fürstentum, Weimarer Republik, NS-Zeit und Belgische Garnison. Dort wird auch die Geschichte des KZ-Außenlagers behandelt. Das Dokumentationszentrum kann nach Anmeldung besichtigt werden (siehe Kontakt).

Standort des Gedenkzeichens

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Kontakt vor Ort

Verein „Historicum 20 - Forum Zeitgeschichte“ Dr. Georg-Groscurth-Straße 1 34454 Bad Arolsen

Telefon: 05691 625734 E-Mail: forum@historicum20.de Internet: historicum20.de

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
c/o Tourist-Information
Markt 10, 99423 Weimar

03643 747540

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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Literatur

Zimmer, Bernd Joachim: Deckname Arthur. Das KZ-Außenkommando in der SS-Führerschule Arolsen, Kassel 1994.

Zimmer, Bernd Joachim: Arolsen, in: Benz, Wolfgang / Distel, Barbara: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 367ff.