Bad Salzungen
Das Außenlager wurde Anfang Januar 1945 mit bis zu 814 Häftlingen eingerichtet. Im Auftrag von BMW mussten sie täglich bis zu 15 Stunden Planierungs- und Betonierungsarbeiten ausführen. Der überwiegende Teil der Häftlinge war unterirdisch im Schacht Kaiseroda I in Leimbach untergebracht. Jeweils nach einigen Wochen wurden die kranken und entkräfteten Gefangenen ins Stammlager zurückgeschickt und durch neue ersetzt. Anfang April 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge wieder nach Buchenwald verbracht.
Historische Situation
Bezeichnung
Außenlager „Ludwig Renntier“
Standort
Obwohl sich als Bezeichung „Bad Salzungen“ etabliert hat, befand sich das Lager nicht auf dem Stadtgebiet, sondern am westlichen Rand der benachbarten Ortschaft Leimbach, am Schacht Kaiseroda I.
Unternehmen
BMW
Zwangsarbeit
Die Häftlinge mussten täglich bis zu 15 Stunden Planierungs- und Betonierungsarbeiten ausführen.
Gegründet
5. Januar 1945
Aufgelöst
10. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
814
Das Lager wurde am 5. Januar 1945 mit 500 Häftlingen aus dem KZ Buchenwald eingerichtet. Die Höchstbelegung von 814 Häftlingen wurde am 28. März 1945 erreicht. Es waren überwiegend Russen, Polen und Jugoslawen, auch einige Franzosen, Belgier und Niederländer sowie wenige deutsche politische Häftlinge. Unter den Häftlingen gab es eine hohe Fluktuation: Jeweils nach einigen Wochen wurden die kranken und entkräfteten Gefangenen nach Buchenwald zurückgeschickt und durch neue ersetzt. So umfasste beispielsweise der Rücktransport vom 28. Februar 1945 insgesamt 71 Häftlinge. Vor Ort in Leimbach starben mindestens 23 Menschen. Zwischen dem 6. und 10. April 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge wieder nach Buchenwald verbracht.
Unterbringung
Der überwiegende Teil der Häftlinge war unmittelbar im Schacht untergebracht. Zum Schlafen hatten sie eine dünne Strohunterlage und zwei Decken. Tische oder Bänke waren nicht vorhanden, gegessen wurde auf dem Boden. Einige oberirdisch eingesetzte Häftlinge waren in einer stillgelegten Saline in Bad Salzungen untergebracht.
„Orte und Räume Deutscher Verbrechen gegen die Menschheit“
Der Fotograf Herbert Naumann hat in den Jahren 2012 und 2013 die ehemaligen Standorte der Außenlager des KZ Buchenwald fotografiert. Die vordergründig dokumentarisch wirkende Fotografie zeigt Orte, die Schauplätze deutscher Verbrechen waren. Die fotografischen Ansichten von Landschaften, Brachen, Grünanlagen, öffentlichen Plätzen, Wohnsiedlungen, Kleingärten etc. liefern zunächst keine oder kaum noch Indizien für das, was hier geschehen ist. Es sind stille und unspektakuläre Bilder mit häufig nur indirekten Hinweisen. Erst der sie begleitende Text stellt den Zusammenhang zwischen den dort begangenen Verbrechen und dem Ort her, lässt in den Bildern die Spuren erkennen, gibt dem Ort seine Identität und nimmt ihm seine Harmlosigkeit. Mit den Fotografien erhalten die Geschehnisse eine neue Aktualität; sie bleiben nicht mehr nur als erzählte Geschichte(n) theoretisch, sondern werden wieder mit dem konkreten, dem erkennbaren, dem realen Ort verbunden.
Die weiteren Bilder von Herbert Naumann finden Sie unter www.herbert-naumann.de.
Heutige Situation
Im Rathenau-Park in Bad Salzungen wurde 1956 ein Ehrenfriedhof mit Gedenktafel eingeweiht.
Kontakt zum Förderverein Buchenwald
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Literatur
Baranowski, Frank: Die verdrängte Vergangenheit. Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, Duderstadt 2000.
Baranowski, Frank: Bad Salzungen („Ludwig Renntier“), in: Benz, Wolfgang / Distel, Barbara: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 380ff.